Als einziges Kind wuchs ich gut behütet aber keinesfalls verwöhnt auf. Dennoch standen mir glücklicherweise schon von Anfang an alle Möglichkeiten offen, mich selbst zu verwirklichen und auch mit wenigen Mitteln die unterschiedlichsten Dinge auszuprobieren.
Bereits als Kleinkind galt mein Interesse technischen Abläufen jeglicher Art egal ob elektrischer oder mechanischer Natur, welche ich mir immer in "zerlegter Form", also in einzelne Abschnitte aufgeteilt vorzustellen versuchte. Zudem entwickelte ich einen großen Spaß an der Erzeugung von Geräuschen mit den unterschiedlichsten Materialien und Dingen des täglichen Gebrauchs. Hier seien stellvertretend nur Mutters Kochtöpfe aus dem Küchenschrank genannt. Vor allen Dingen kurze, laute Klänge, Glockenklänge und Zischgeräusche.
Gut ausgestattet mit musikalischen Genen, seitens meines Großvaters, erwuchs vermutlich hieraus meine Leidenschaft für Rhythmik, die Liebe zu Percussionsinstrumenten, Schlagzeug und zur Musik allgemein. Geraume Zeit später bekam ich mein erstes Schlagzeug, welches zwar mehr einem Spielzeug ähnelte, auf dem ich aber während meiner Kindergartenzeit fleißig üben und meinen Grundstock für die nächsten Jahre legen konnte.
Als ich wenig später in die Grundschule wechselte, wurde mir klar, dass Musik nicht nur auf Rhythmik aufbaut, sondern dass ebenso auch die Harmonie also das Gewand und die Melodie eine tragende Rolle spielen. So kam es, dass ich mich zum Blockflötenunterricht anmeldete, den die Schule nachmittags anbot. Zwei Jahre lang dauerte der Unterricht in denen ich jedoch bald merkte, dass die Flöte nicht "mein" Instrument ist. Dennoch war es eine Bereicherung für mein musikalisches Verständnis.
Noch während meiner Flötenausbildung konfrontierten mich meine Eltern mit der Idee ein Tasteninstrument zu erlernen. Zunächst war ich davon nicht begeistert, änderte jedoch nach kurzer Zeit meine Meinung. Wenig später stand bei uns zu Hause im Musikzimmer eine Kawai E-100, eine 2-manualige Orgel mit 3,5 Oktaven, 10 Registern und Stummelpedal. Für damalige Verhältnisse ein ganz ordentliches Instrument. Ich begann mit meiner Ausbildung im Fach Orgel an der Musikschule des Landkreises. Gleichzeitig verfolgte ich meine rhythmischen Studien weiter und bekam Schlagzeugunterricht.
In der Schule wurde ich vom Musiklehrer oft gefragt, ob ich Lust hätte, den Unterricht musikalisch aktiv mitzugestalten. Oft wurde ich deshalb ans Keyboard oder ans Klavier beordert. An dieser Stelle kommt wieder die Technik ins Spiel. Es hat mich brennend interessiert wie eine elektronische Orgel eigentlich funktioniert. Ich besorgte mir deswegen einen Elektronikbaukasten um der Sache auf den Grund zu gehen. Nach und nach stieg ich in die Grundlagen der Elektronik ein, studierte bis spät in die Nacht Schaltpläne und machte Experimente.
8 Jahre später war der Orgelunterricht weit fortgeschritten, ich hatte bei Vorspielwettbewerben meist sehr gute Platzierungen errungen und verstand nun auch die technische Funktionsweise der Orgel. Mein Bestreben war es immer möglichst oft auf die Begleitautomatik zu verzichten und alles live zu spielen. Die Möglichkeiten des ersten Instruments waren dennoch jetzt bereits ausgeschöpft. Außerdem war zu dieser Zeit bereits die erste Generation digitaler Modelle im Handel erhältlich.
Ich wechselte das Instrument. Eine Wersi Omega DX10 war nun mein ganzer Stolz. Diese rüstete ich mit einer selbst zusammen- und umgebauten Rhythmus- und Begleitautomatik CX 32 nach und fand immer mehr gefallen daran mit meinem "echten" Schlagzeug gegen das elektronische der Orgel anzutreten. Durch die jahrelange, konsequente Arbeit mit diesen digitalen Schlagzeugen, Drumcomputern sowie Sequenzern gelang es mir mein Timing (= zeitliche Spielpräzision) immer weiter zu verbessern, bis auf eine gemessene Abweichung von 1/128 Taktschlag. Nebenbei absolvierte ich mehrere Profi-Workshops u. a. bei Beatrix van de Bovenkamp und Werner Schmitt.
In den folgenden Jahren verdiente ich mir als Solist an der Orgel durch gelegentliche Auftritte etwas dazu, spielte in unterschiedlichen Ensembles und Bands, fand Gefallen daran eigene Arrangements zu schreiben und sparte mir eine erste Studioausrüstung zusammen. Damit war ich nun auch in der Lage, meine Musik aufzunehmen und zu schneiden.
Ab Mitte der 90´er Jahre begann ich zusätzlich Keyboard- und Schlagzeugunterricht zu geben. Zeitgleich brachte ich mir autodidaktisch verschiedene Blasinstrumente, wie z.B. Baritonhorn und Flügelhorn bei.
1997 kaufte ich eine weitere Orgel, an deren Planung ich diesmal beteiligt war. Aufbauend auf dem Serienmodell, wurden nach meinen Vorstellungen die Konsole und der Spieltisch geändert, die Lackierung und technische Details modifiziert.
Um mich auch an den Blasinstrumenten weiterhin fit zu halten, begann ich Ende der 90´er Jahre in verschiedenen Bläserbesetzungen wie Blaskapelle und Posaunenchor mitzuwirken. Es folgten im Jahr 2000 der weitere Ausbau meines Tonstudios sowie weiterhin Auftritte als Solist an der elektronischen Orgel und Engagements als Schlagzeuger.
Fazit zum Schluss: Nach vielen musikalischen "Ausflügen" in verschiedene Besetzungen, unterschiedlichsten Instrumenten und auch Stilrichtungen komme ich doch immer wieder zur Orgel zurück. Sie ist und bleibt für mich persönlich: "Die Königin aller Instrumente!"